Freitag, 7. September 2012

46 - [Unheilig, Große Freiheit] Das Meer

Ich stehe auf der Terrasse meiner Dachgeschosswohnung in Wien / Hietzing, beste Lage, bester Ausblick. Ich schaue über die Dächer der Stadt. Neben mir steht eine elegante, aparte, schöne Frau. Wir blicken in die gleiche Richtung. Genießen den Ausblick und das noch immer milde Klima, obwohl es schon Herbst ist. Ich drehe meinen Kopf und betrachte ihr schönes Gesicht. Sie sieht fabelhaft aus in diesem Kleid, denke ich mir, und bin glücklich dass sie neben mir steht. Sie ist meine Endstation, mein Hafen, meine zweite Hälfte.


"Wir sind derzeit auf Weltreise.
Schaut doch mal rein und begleitet uns ein Stück >> Klick Bild"


UnheiligGrosse Freiheit: Der Graf über das Meer
Der Titel "Das Meer" stellt das Intro von Große Freiheit dar. Er beschreibt den Moment des Aufbruchs, die Hoffnungen, Träume und Ängste die mit diesem Moment in Verbindung stehen. Dieses Lied ist für mich ein Schlüsselsong des Albums weil es im Grunde direkt am Anfang von Große Freiheit erklärt, wohin die Reise nun im wahrsten Sinne des Wortes nun gehen wird. Jedes Album hat eine gewisse Bildsprache. All die vielen Bilder die entstehen, wenn man die Augen schließt während die Musik zu hören ist. Das Meer erweckt diese Bilder vor dem geistigen Auge sodass die Reise von Große Freiheit nun beginnen kann. 

Gedankenverloren greife ich in die rechte Innentasche meines Sakkos und hole eine Zigarre hervor. Es ist eine Romeo y Julieta Nr. 1 .  Romeo y Julieta - was für eine Name für eine Zigarre. Das klingt nach großer Liebe, nach Vereinigung zwischen Mann und Frau. Seit damals führe ich jede dieser Zigarren, bevor ich sie in Brand setze, mit dem offenen Ende zu meiner Nase, schließe meine Augen und ziehe den Duft des Tabakes ein. Diese Zigarren riechen nach körperlicher Liebe, nach Vereinigung zwischen Mann und Frau ... sinnlich. Ich liebe diese Zigarren. Sie sind nicht einfach nur Tabak und Rauch. Sie sind eine Lebenseinstellung.

Meine Gedanken gleiten ab zu jenem Sommer, als alles begann. Ich war nicht mehr der Jüngste und hatte mich in meinem Leben ziemlich komfortabel eingerichtet. Bis meine Frau und ich eines Tages feststellen mussten, dass unsere Ehe nicht mehr das war, was wir uns ursprünglich vorgestellt hatten. Wir beschlossen uns zu trennen und trennten uns auch. Meine Tochter, gerade mal süße 16 geworden, begann das Leben auch von der Schattenseite her kennen zu lernen. Sie hatte gerade das Ende ihrer ersten großen Liebe zu verarbeiten.

Und ich? Ich musste wieder einmal von vorne anfangen. Wie schon so oft in meinem Leben. Nur, was ich nicht wusste und auch nicht ahnte, dieses Mal war alles anders.

In jenem Sommer lernte ich eine Frau kennen, die mir viel über sich erzählte. Darüber, wie sie sich durchgekämpft hatte in ihrem Leben, niemals aufgab und immer an ihren Erfolg geglaubt hatte. Immer wenn sie sprach, bewegte sich ihr ganzer Körper. Es war eine Freude, ihren Ausführungen zu lauschen. 

Du darfst niemals Geld nachlaufen. Du wirst es nie erreichen. Du musst an deinen Fertigkeiten arbeiten. Die meisten Menschen verstehen nicht den Unterschied zwischen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Ein Talent oder eine Fähigkeit alleine genügt noch nicht. Du musst aus deinen Fähigkeiten Fertigkeiten entwickeln. Erst dann kannst du wirklichen Erfolg haben. Erst mit deinen Fertigkeiten kannst du zum Nutzen deiner Kunden wirken. All deinem Wissen und deiner Emotionalität über deine Fertigkeiten Ausdruck verleihen. Erst wenn du das verstehst wirst du wirklichen Erfolg haben und das Geld wird zu dir kommen.
Schau dir Picasso an. Diesen wunderbaren Maler, dieses malerische Genie. Picasso hatte am Anfang seines künstlerischen Schaffens Werke alter Meister kopiert. Immer und immer wieder. Durch das Abmalen dieser Werke übte er immer wieder den Umgang mit dem Pinsel, die Haltung, die Kombination der Farben. Er perfektionierte auf diese Art seine Fertigkeit im Malen. Und erst dann, als er das Werkzeug Pinsel perfekt beherrschte, erst dann konnte er sein Talent wirklich ausleben. Erst dann konnte er den Pinsel so meisterlich führen, dass er mit all seinen Emotionen, seinen Vorstellungen, seinen Farbkombinationen seine eigenen, unnachahmlichen Kreationen erschaffen konnte.

Lange dachte ich damals über diese Worte nach. Welche Talente, welche Fähigkeiten hatte ich, die ich zu meinem Werkzeug machen konnte, die ich als "meine" Fertigkeit perfektionieren konnte?

Ich erkenne beinahe im Ansatz die Wünsche und Sehnsüchte meiner Gesprächspartner. Ich kann sofort und ohne Anlaufzeit ein vertrauensvolles Gespräch aufbauen. Ich kann Menschen durch meine Sprache und durch meine Emotionalität von etwas begeistern, was sich im Verkauf oder in der Generierung von Neukunden ganz hervorragend macht. Aber: Ich konnte für meinen Geschmack nie genug Menschen finden, die sich von mir begeistern lassen wollten. Es war mir immer zu wenig. 

Und so begann ich, mir Strategien und Methoden auszudenken und auszuprobieren, die es mir ermöglichten, die Anzahl meiner Kunden zu multiplizieren. Ich verbiss mich komplett auf die Perfektionierung dieser Fertigkeit, ohne daran zu denken, ob es mir jemals gelingen  würde oder ich tatsächlich damit mehr Geld verdienen könnte. Ich verinnerlichte diesen  Wunsch so sehr, diese Fertigkeit zu perfektionieren, dass ich immer und überall daran denken musste und jede sich bietende Gelegenheit nutzte, neue Möglichkeiten der Multiplikation von Neukunden zu versuchen. 

Bis ich eines Tages merkte, dass mir diese Fertigkeit so in Fleisch und Blut übergegangen war, wie einem Klavierspieler seine Noten. Es ging ab einem gewissen Punkt automatisch, der Kundenstrom wuchs stetig an. So sehr, dass ich jetzt hier auf der Terrasse meiner Dachgeschosswohnung in Wien / Hietzing, beste Lage, bester Ausblick, stehen und über Wien blicken kann. Nicht das Streben nach Geld hatte mich reich gemacht, sondern die Perfektion dieser einen Fertigkeit, immer und überall Neukunden generieren zu können.
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Natürlich, wie bei jedem Neubeginn, wie bei jedem Aufbruch, gibt es auch Ängste, es diesmal nicht zu schaffen. Je größer aber die Sehnsucht seines Traumes ist, desto mehr treten die Ängste in den Hintergrund. 

Ich hatte in jenem Sommer mit dieser Frau, die so wunderbar erzählen konnte, jeden Fehler dieser Welt gemacht. Ich glaube, man(n) kann nicht alt genug werden, um nicht wie ein pubertierender Jüngling sich dermaßen vertrottelt zu verhalten, dass selbst die nachsichtigste Frau nicht irgendwann mal das Handtuch wirft. Oder, wie in meinem Fall, ein SMS schickt:  Wünsche dir viel Glück! ... Ja, danke, das kann ich eh brauchen. Aber anders wäre es mir eigentlich lieber gewesen...

Ich gehe auf meiner Dachterrasse zu einer kleinen Bank. Um die Bank herum sind Kräuter in Töpfen gepflanzt. Lavendel und Rosmarin verströmen ihren angenehmen, leichten Duft. Dazwischen ein Hauch von einem Orangenthymian. Ich sehe eine Pfefferminze, einen Orangenbaum und einen Zitronenbaum. Nur mit der Orchidee habe ich Probleme. Jedes Mal wenn ein starker Wind aufkommt wird diese so durchgebeutelt, dass sie alle ihre Blüten verliert. Schade. 

Ich setze mich auf die Bank und bohre meine Zigarre an. Ein letztes Mal rieche ich noch den Duft des Tabaks um wieder einmal festzustellen, dass Liebe sich in vielen Möglichkeiten Ausdruck verleiht. Mit einem Streichholz setze ich die Zigarre in Brand. Der erste Zug verbreitet eine fantastisches Aroma in meinem Mund. 

Ich schaue zu ihr hinüber. Zu dieser schönen, eleganten und aparten Frau. Es ist schön, dass sie hier ist. Ein Gefühl von Wärme und Zärtlichkeit erfasst mich. 

Ich schließe meine Augen. Ich sehe uns, wie wir an der Promenade am Meer in Nizza entlang schlendern. Du hast dich untergehakt und wir plaudern und lachen. Plötzlich sehen wir einen alten Mann vor seiner Staffelei. Wir setzen uns in einigem Abstand auf eine Bank und betrachten den Maler bei seiner Arbeit. Einige Zeit später ist dem alten Mann aufgefallen, dass wir ihn beobachten und er winkt uns, zu ihm zu kommen. Wir treten näher und betrachten das wunderschöne, in kräftigen Farben gemalte Bild. Er lacht leise während er uns seine Gedanken und seine Beweggründe zum Entstehen dieses Bildes schildert. Du schaust wie gebannt auf das Bild und fragst ihn, wieso er einen Picasso nachmalt. Bei seinem Talent könnte er doch eigene Kompositionen malen. Da lacht der alte Mann laut auf und meinte mit einem schelmischen Lachen in seinen strahlenden Augen: 

aber ... ICH BIN doch Picasso

Komm geh mit mir zum Meer
um mit auf Kurs zu gehen
Komm geh mit mir zum Meer
um neues Land zu sehen
Komm geh mit mir zum Meer
um Freiheit zu verstehen
Komm geh mit mir zum Meer
auch wenn wir unter gehen
                               UnheiligGrosse Freiheit, Das Meer


Liebes Universum, 
ich danke dir für alles, was du jemals für mich getan hast. Danke.
Aber bitte vergiss nicht, wir haben einen Deal 
Please Deliver...


Mittwoch, 29. August 2012

45 - gelöscht...


Dieser Beitrag war das absolut schlechteste, dass ich je geschrieben habe, unauthentisch und inhaltlich sehr falsch. Ich entschuldige mich sowohl bei G., die von ihrem Wesen her ein völlig anderer Mensch ist als ich es hier dargestellt habe und ich entschuldige mich auch bei mir selber. Weil so ein Looser war ich nie und werde es auch nie sein. Zumindest solange ich bei klarem Verstand bin.




Ich habe G. sehr primitiv und geldgierig dargestellt, was sie überhaupt nicht ist. G. ist ein wundervoller Mensch, der es versteht, komplizierte Zusammenhänge einfühlsam und einfach darzustellen. Sie hat einen besonderen Tiefgang in allen Themenbereichen wie Menschen denken, fühlen und handeln. Obwohl deutsch nicht ihre Muttersprache ist, hat sie einen Wort- und Situationswitz und eine ganz besondere Spritzigkeit in ihren Ausführungen. Ihr ganzer Körper beginnt mit einem mal zu leben, ihre Arme unterstreichen in großen Bewegungen das Gesagte, dass man sich beim Zuhören wünscht, sie würde bloß nicht aufhören zu reden. Sie vermischt immer wieder gekonnt alle theoretischen Informationen oder Glaubenssätze mit eigenen Erfahrungen was dazu führt, dass man eben auch die komplizierten Zusammenhänge an Hand dieser Beispiele verstehen und nachvollziehen kann.

Nur was ist passiert, dass so ein krottenschlechter Post rausgekommen ist? Auch der vorige, "Erfolg braucht Symbole" ist für meine Begriffe sehr schlecht geschrieben. Inhaltlich ist er aber richtig und deshalb lasse ich den auch drin. 

Natürlich hat alles eine Ursache. Auch dieser nun gelöschte Beitrag. Meine private Situation hat mir in den letzten Monaten, und besonders in den letzten beiden Monaten, eine Achterbahn an Gefühlen beschert. Allerdings: jetzt bin ich aufgewacht. Einige Ereignisse und Ergebnisse sind auf Grund meines Verhaltens und Handelns leider nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte. Und da ist der gelöschte Beitrag nur ein kleines Mosaiksteinchen an dem, was ich mir da selber vermasselt habe...

Ich habe mir vorgenommen, auch das in meinem Tagebuch aufzuarbeiten. Jetzt geht es aber nicht mehr nur um Beruf, Berufung, Talente und Stärken, sondern auch um Gefühle und Partnerschaft, um einen Lebensentwurf und Verbiegung der eigenen Persönlichkeit bis zu Angst und der Bewältigung und die Nutzung der Kraft von Ängsten. Alles hat auch mit beruflichen Erfolg, Flow, Selbstvertrauen und Selbstwert zu tun. Es ist alles irgendwie verquickt. Nichts steht für sich alleine. Nichts kann man für sich alleine betrachten. 


Rüdiger Schache, Der geheime Plan Ihres Lebens
Die Lebenspläne sind verschieden und es kann sein, dass genau Sie zu den Menschen gehören, in deren Leben sich die Seele ein größeres Ziel vorgenommen hat, als einfach nur zu überleben, irgendwie durchzukommen und es sich gut gehen zu lassen. Vielleicht hat sich Ihre Seele vorgenommen, größere Schritte zu machen, größere Lasten loszulassen, größere Erkenntnisse zu gewinnen und größere Heilung zu erfahren. Vielleicht hat sie vor, auf dem Weg in die Freiheit einen deutlichen Sprung zu machen. Sollte das so sein, werden Sie mit Sicherheit kein langweiliges Leben haben. Vielleicht haben Sie sogar das Gefühl, als würden Sie mehrere Leben hintereinander erleben. Sie fangen immer wieder von vorne an, müssen immer wieder alles loslassen und sich immer wieder alles neu erschaffen. Dann bauen Sie immer wieder neue Identitäten auf. Ihr Leben ist geprägt von ständigem Erschaffen und Loslassen, aber auch von zügig aufeinanderfolgenden grundlegenden Erkenntnissen. 
Menschen, deren Lebensplan große Schritte vorsieht, empfinden sich als Suchende nach Wissen und Wachstum. Sie können es einfach nicht abstellen, immer mehr erleben, wissen und verstehen zu wollen, selbst wenn es manchmal an die eigenen Grenzen der Kraft geht.

Ich kann euch versichern, es geht öfter an die eigenen Grenzen und die damit verbundenen Gefühlswellen sind einerseits ein wahnsinniger Kick und andererseits auch Gradmesser für den eingeschlagenen Weg. Ich möchte mein Leben nicht anderes leben, als in der von Rüdiger Schache so treffend dargestellter Form. Man erhält eine Vielzahl an Erkenntnissen und auch Fähigkeiten. 

Und dennoch: an den eigenen Grenzen begeht man Fehler, die man sich normalerweise nicht vorstellen könnte und deren Auswirkungen manchmal, und so auch gerade jetzt, sehr schmerzend sein können...







Montag, 27. August 2012

44 - Erfolg braucht Symbole

In mehreren Gesprächen mit G. hat sich bald herauskristallisiert, dass ich für den nächsten Schritt auf meiner Erfolgsleiter schon alles in mir habe, in Details mir aber selber im Wege stehe. Ein wesentlicher Schlüsselfaktor für Selbständige und auch in weiterer Folge für (Klein-) Unternehmer ist die Außenwirkung des Unternehmers. Ohne einer entsprechenden unternehmerischen Identität wird man als solcher nicht zur Kenntnis genommen. Die Schlüsselfrage dazu sind: Wie wirke ich auf Andere? Wie nehmen mich potentielle Kunden oder Geschäftspartner wahr und was trauen die mir auf Grund meines Erscheinungsbildes und meiner bisherigen beruflichen Leistungen zu? Habe ich eine überzeugende Ausstrahlung, die potentiellen Kunden die Entscheidung, mich mit einer für deren Unternehmen wichtigen Aufgabe zu beauftragen, leichter machen? Kann ich durch mein Auftreten Vertrauen schaffen? 


In der heutigen, schnelllebigen Welt und der tausendfachen Informationsüberflutung, die pausenlos über uns hereinbricht, ist es nicht mehr so einfach, sich schnell und sicher ein Bild seines Gegenübers zu machen. Was liegt da näher, als sich das anzusehen was man hat: die Person die etwas von mir will, deren Auftreten und deren Gesprächsinhalte. 

Die Gesprächsinhalte sind beim ersten Kennenlernen die unwichtigsten Informationen, nicht zuletzt deshalb, weil ein Bild, in meinem Fall meine hoffentlich eigene überzeugende und ausdrucksstarke Erscheinung, mehr als tausend Worte aussagt. 

Es geht beim Erstkontakt immer nur um eine einzige Frage: Traue ich dem zu, dass er mein Problem löst? Der Inhalt, also die Argumente für meine Leistung und deren Umsetzung wird in späterer Folge ohnehin durch Referenzen zu belegen sein. Die potentiellen Kunden wollen nicht bloß meine Dienstleistung kaufen wegen meiner hohen Qualitätsansprüche oder meinem tollen Preis / Leistungsverhältnisses. Das muss ohnehin stimmen möchte man konkurrenzfähig sein und bleiben. Die Kunden kaufen gerade bei Klein- und Kleinstanbietern nur wegen der überzeugenden Person des Unternehmers. 

Gerade in der Beratung, in der ich seit Jahren tätig bin, wird nicht nur eine besondere Beratungsleistung gekauft, sondern ich als Berater, dem man zutraut, sein brennendes Problem zu lösen. Um diese Vertrauen stiftende  Ausstrahlung auf potentielle Kunden zu erlangen, bedarf es Integrität und eine unternehmerische Identität. Der potentielle Kunde muss meine Begeisterung für meine Tätigkeit spüren, und zwar auf allen Ebenen. 

"Ich habe sehr erfolgreich ähnliche Probleme wie deines gelöst und ich löse auch dein Problem zu deiner vollsten Zufriedenheit!". Das ist es, was mit den Symbolen des Erfolges kommuniziert werden muss.

Wir positionieren uns bewusst und unbewusst mit Symbolen in allen Bereichen unseres Lebens: wie wir wohnen, mit welchem Auto wir fahren, mit welchen Menschen wir uns umgeben, in welchen Lokalen wir verkehren und wie wir uns kleiden. Wir zeigen damit, wer wir sein wollen (ob wir das wirklich sind, ist eine völlig andere Sache :-) )

Okay, damit habe ich einen Handlungsrahmen gewonnen und habe in den letzten Wochen alles verändert oder zumindest optimiert. Gehen wir die einzelnen Punkte durch um zu veranschaulichen, was gemeint ist.

Auch als Einzelunternehmer ist es wichtig, die Unterscheidung zwischen der Privatperson (Name) und die des Unternehmers (Logo) zu kommunizieren. Mein Logo ist meine unternehmerische Identität. Das hatte ich immer schon.

Dazu zählt auch die professionelle Visitenkarte und eine eigene EMailadresse, die allerdings nicht von Yahoo oder GMX sein sollte. Es ist Teil meiner unternehmerischen Identität und was glauben Sie, wie erfolgreich ich als Unternehmer wirken würde mit einer GMX - Adresse und einer auf normalen Papier ausgedruckten Visitenkarte?

Zum Außenauftritt gehört natürlich auch die eigene Webseite und Profile in sozialen Netzwerken wie XING, Facebook, TWITTER, Google+ und Co. Ein wichtiger Punkt, den ich natürlich auch nicht beachtet hatte, ist das Foto, das hier mit veröffentlicht wird. Also habe ich mir von einem professionellen Fotografen entsprechende Fotos anfertigen lassen, die ich jetzt in allen meinen Profilen und auf der Webseite verwende. Meine Webseite wird außerdem noch inhaltlich geändert um mich noch schärfer zu positionieren. Wie diese klarere Positionierung aussieht, kann man zum Teil schon im XING sehen... 

Vor etwas über einem Jahr habe ich mir ein Büro gemietet, weil ich mich als Unternehmer von meiner privaten Umgebung abkoppeln wollte. Das hat meinem Selbstbewusstsein als Unternehmer ausgesprochen gut getan.  Auch wenn es ein ordentlicher Fixkostenbrocken ist, diesen Schritt habe ich nie bereut. Das eigene Büro und die Tatsache, dass ich meine Gedanken in diesem Tagebuch schriftlich darlege haben mir sehr viel Auftrieb gegeben. 

Als bekennender Jeans - Freak habe ich zwar an die dreißig Stück, Anzug hatte ich aber nur einen. Auch dieser Umstand wurde inzwischen geändert und mittlerweile trage ich sehr gerne Hemd und Sakko, oft auch in Verbindung mit einer Jeans. Je nach Anlass und Situation.

Erfolgreiche Anbieter von Dienstleistungen dürfen auch entsprechendes Entgeld dafür verlangen. Wer zu billig ist, wird mit einer geringen Qualität oder mit geringem Problemlösungspotential belegt. Zwei der wichtigsten Aussagen von Unternehmern, die ich immer wieder zu hören bekommen hatte, sollten Sie nie vergessen:
  1. Was nichts kostet, ist nichts wert
  2. Ich kann es mir nicht leisten, billig zu kaufen.




  

Freitag, 24. August 2012

Ruediger Schache, Der geheime Plan Ihres Lebens

Es gibt Bücher, die interessieren mich zwar, aber auf Grund des gewählten Titels zögere ich dann manchmal, es auch zu kaufen. So auch bei diesem Buch. Irgendwann einmal habe ich mich dann doch entschlossen, es zu kaufen und zu lesen. Und ich bin sehr froh darüber. Das Buch beschreibt die Aufgaben und auch die Diskrepanz, die manchmal entstehen kann, zwischen dem ICH, also dem Verstand, dem bewussten Denken und dem Plan der Seele, den Gefühlen, dem Unbewussten, sich zu befreien. 
Die Seele möchte durch immer neue Erlebnisse und Erkenntnisse frei werden. Diese Erkenntnisse findet die Seele hauptsächlich dann, wenn wir etwas Neues erschaffen. Wenn sich auf diesem Weg das ICH und die Seele treffen, entsteht eine große Verbundenheit und in dieser Verbundenheit folgt man dem Plan der Seele besser. Freiheit für die Seele bedeutet gemäß dem Autor, dass diese Seele zurück zu Gott geht und nicht mehr auf diese Erde in einem nächsten Körper zurückkommen muss. 

Ich habe mich in diesem Buch sehr oft wiedergefunden. Es ist interessant, sich selber aus dieser Perspektive zu betrachten und dabei neue Erfahrungen über sich selbst zu gewinnen. Ich habe das Eine oder Andere damit besser verstanden, warum etwas in meinem Leben so und nicht anders passiert ist oder gerade passiert. Warum wir uns von Menschen trennen. Warum Themen oder Tätigkeiten, die bis vor kurzem noch hoch interessant waren, plötzlich nicht mehr wirklich der große Renner im eigenen Leben sind.

Ich möchte eine Passage aus dem Buch wiedergeben, weil es für mein Leben so typisch ist und vermutlich nicht nur für mich...
Seite 133 ff:
Die Lebenspläne sind verschieden und es kann sein, dass genau Sie zu den Menschen gehören, in deren Leben sich die Seele ein größeres Ziel vorgenommen hat, als einfach nur zu überleben, irgendwie durchzukommen und es sich gut gehen zu lassen. Vielleicht hat sich Ihre Seele vorgenommen, größere Schritte zu machen, größere Lasten loszulassen, größere Erkenntnisse zu gewinnen und Heilung zu erfahren. Vielleicht hat sie vor, auf dem Weg in die Freiheit einen deutlichen Sprung zu machen. Sollte das so sein, werden Sie mit Sicherheit kein langweiliges Leben haben. Vielleicht haben Sie sogar das Gefühl, als würden Sie mehrere Leben hintereinander erleben. Sie fangen immer wieder von vorne an, müssen immer wieder alles loslassen und sich immer wieder neu erschaffen. Dann bauen Sie immer wieder neue Identitäten auf. Ihr Leben ist geprägt von ständigem Erschaffen und Loslassen, aber auch von zügig aufeinanderfolgenden grundlegenden Erkenntnissen.
Menschen, deren Lebensplan große Schritte vorsieht, empfinden sich als Suchende nach Wissen und Wachstum. Sie können es nicht einfach abstellen, immer mehr erleben, wissen und verstehen zu wollen, selbst wenn es manchmal an die eigenen Grenzen der Kraft geht.
Dieses Buch und vor allem diese Passage spricht mir förmlich aus Seele...
                                                                                                         
 



Dienstag, 7. August 2012

43 - Phoenix aus der Asche

Es gibt Momente im Leben, da sieht es aus, als ob überhaupt nichts mehr geht. Eine Meldung nach der anderen, ein Ereignis nach dem anderen zeigt in die falsche Richtung. Im besten Falle macht sich Stagnation breit, im schlechtesten Fall ein wirklicher Absturz. Kurz bevor ich gestern den Kommentar zu "Time to Say Good Buy" geschrieben habe, hatte ich festgestellt, dass mein geliebter Google Page Rank auf 3 zurückgefallen ist. Das hat mich wirklich angezipft. Heute hat mich dann noch ein Leser angerufen. Man muss sich vorstellen, da gibt es Leute, die meinen Blog verfolgen und sich die Mühe machen mich anzurufen um mich umzustimmen und aufzumuntern, weiterzuschreiben. Paahhh, das hat mich irgendwie aufgerüttelt.


Ich bin in eine Trafik gegangen und habe mir ein Mordsdrum von Zigarre besorgt, weil mein Humidor ist bei meiner Unlustigkeit auch irgendwie leer geworden, und zwar eine Montecristo A, stolze 235mm lang. Nach dem meine Troubles im privaten Bereich liegen, bin ich auch nicht auf den Balkon damit gegangen, sondern habe mir das Ding in meinem Büro angezündet und habe es genüsslich Zug um Zug geraucht. 

Das war nicht nur ein herrliches Raucherlebnis, sondern die entspannte Zeit hat mir auch die eine oder andere Erkenntnis gebracht. Aufgeben, das kann und will ich nicht. Meine Beharrlichkeit, ein Ziel zu verfolgen und es auch zu erreichen, ist eine meiner Stärken. Während meine Gedanken so dahingleiten, habe ich das eine oder andere Buch durchgeblättert. Das mache ich oft, wenn ich nicht weiß, was ich machen soll in der Hoffnung, dass ich irgendwo steckenbleibe und einen Hinweis finde, was zu tun ist. 

Diesmal habe ich aber nichts gefunden. Aber mir ist was eingefallen. Ich hatte vor einigen Wochen ein Seminar von Harald Psaridis besucht, einfach nur um zu sehen, wie er Seminare durchführt, damit ich auch in meinem Blog darüber schreiben kann. Darüber hat er auch in seinem Buch geschrieben. Was war das bloß? Ich kann mich nicht erinnern, was es war. Aber er hat etwas gesagt, was mich jetzt weiterbringen könnte.

Ich legte diese Wahnsinns tolle Zigarre in den Ascher und machte mich auf die Suche nach den Mitschriften seines Seminare "First of All: Lead yourself". Und dann habe ich die Stelle in seinem Buch schon bald gefunden.

Da ist sie wieder: die Disziplin!

Disziplin ist so wichtig, dass ich sie an dieser Stelle als Verhaltensqualität bezeichnen möchte. Welche Qualität und welche Konsequenz haben meine Entscheidungen, etwas zu tun, und wie schwer bin ich davon abzuhalten?
Im Moment ist es 23.51 Uhr an einem Samstag, und was denken Sie, wie hoch meine Motivation gerade ist, hier an meinem Schreibtisch zu sitzen und diese Seiten zu schreiben?
Hoch! Denn ich weiß dass ich für außergewöhnliche Ergebnisse auch außergewöhnliche Disziplin an den Tag legen muss. Und deshalb ziehe ich konsequent meinen Plan durch, der mich dorthin führt, wo ich hin will.

Ich tue einfach das, was ich mir vorgenommen habe. So hat mein innerer Schweinehund keine Chance, mich aus der Bahn zu werfen.
Man muss seinen inneren Schweinehund überwinden. Schönwetter Manager, Schönwetter Erfolgreiche, Schönwetter WasWeißIch gibt es wie Sand am Meer. Beim ersten lauen Gegenwind fallen Sie aus der Bahn. Ich etwa auch? Ich kann es nicht glauben.

Im Gedanken bedanke ich mich bei Hr. Psaridis, dass er dieses Buch geschrieben und ich die Möglichkeit hatte, sein Seminar zu besuchen (Sie können das übrigens auch :-) ). Ich nahm meine wundervolle Montecristo A wieder auf, die mittlerweile ausgegangen war. Ich streifte die Asche vorsichtig ab und zündete die Zigarre wieder an. 

Ja, jeder hat irgendwann in seinem Leben Schwächephasen. Das ist nicht weiter tragisch wenn man sich seiner Disziplin und Beharrlichkeit, sein Ziel konsequent auch in problematischen Zeiten zu verfolgen, bewusst wird. Und einfach weitermacht. Sich überwindet. Vielleicht ein bisschen langsamer als üblich, aber doch einfach irgendwie weitermachen. Wenn man hingefallen ist, aufstehen, sich abschütteln und weitergehen. 

Harald Psaridis: Gewinnen und Verlieren liegt zwischen den Ohren! 
Da sind wir wieder bei der Wichtigkeit der Gedanken.

Und nocheinmal Harald Psaridis, aus seinem Buch "Die Leadermacher", Seite 81, weil er einfach ein Quell von Wissen und Erkenntnissen ist, dass er auf fantastisch einfache und nachvollziehbare Weise weiterzugeben im Stande ist:
Die wahren Sieger erkennt man selten dann, wenn alles gut läuft, sondern immer dann, wenn Probleme auftauchen und es gilt, große Steine aus dem Weg zu räumen.
Wussten Sie, dass das chinesische Zeiche für Krise auch gleichzeitig für das Wort "Chance" verwendet wird? Das zeigt ganz deutlich die andere kulturelle Einstellung und verdeutlicht, dass in jeder Krise auch neue Chancen stecken, die genutzt werden sollen und die häufig dazu führen, dass man aus einer schwierigen Zeit oft noch viel stärker als je zuvor herausgehen kann.
Ein starker Leader bleibt immer standhaft und lässt sich auch durch Druck nicht ins Wanken bringen. 
Behalten Sie also immer die Nerven, suchen Sie nach den Wurzeln des Problems und graben Sie so tief, bis Sie dieses lösen können anstatt nur an der Oberfläche zu kratzen, sodass zwar die Symptome kurzzeitig beseitigt sind, das Problem aber weiter besteht, um irgendwann wieder aufzubrechen.
Und irgendwie, ich kann es nicht sagen, plötzlich fällt mir die Geschichte von Reggie Miller ein: You will walk. You will run. You will play Basketball!

Ich hab die Krise zwar jetzt nicht überwunden. 
Aber ich lasse mich nicht, niemals, davon aufhalten!

Danke,
Post dedicated to Manfred Z., Patrick K., Harald Psaridis