Dienstag, 7. August 2012

43 - Phoenix aus der Asche

Es gibt Momente im Leben, da sieht es aus, als ob überhaupt nichts mehr geht. Eine Meldung nach der anderen, ein Ereignis nach dem anderen zeigt in die falsche Richtung. Im besten Falle macht sich Stagnation breit, im schlechtesten Fall ein wirklicher Absturz. Kurz bevor ich gestern den Kommentar zu "Time to Say Good Buy" geschrieben habe, hatte ich festgestellt, dass mein geliebter Google Page Rank auf 3 zurückgefallen ist. Das hat mich wirklich angezipft. Heute hat mich dann noch ein Leser angerufen. Man muss sich vorstellen, da gibt es Leute, die meinen Blog verfolgen und sich die Mühe machen mich anzurufen um mich umzustimmen und aufzumuntern, weiterzuschreiben. Paahhh, das hat mich irgendwie aufgerüttelt.


Ich bin in eine Trafik gegangen und habe mir ein Mordsdrum von Zigarre besorgt, weil mein Humidor ist bei meiner Unlustigkeit auch irgendwie leer geworden, und zwar eine Montecristo A, stolze 235mm lang. Nach dem meine Troubles im privaten Bereich liegen, bin ich auch nicht auf den Balkon damit gegangen, sondern habe mir das Ding in meinem Büro angezündet und habe es genüsslich Zug um Zug geraucht. 

Das war nicht nur ein herrliches Raucherlebnis, sondern die entspannte Zeit hat mir auch die eine oder andere Erkenntnis gebracht. Aufgeben, das kann und will ich nicht. Meine Beharrlichkeit, ein Ziel zu verfolgen und es auch zu erreichen, ist eine meiner Stärken. Während meine Gedanken so dahingleiten, habe ich das eine oder andere Buch durchgeblättert. Das mache ich oft, wenn ich nicht weiß, was ich machen soll in der Hoffnung, dass ich irgendwo steckenbleibe und einen Hinweis finde, was zu tun ist. 

Diesmal habe ich aber nichts gefunden. Aber mir ist was eingefallen. Ich hatte vor einigen Wochen ein Seminar von Harald Psaridis besucht, einfach nur um zu sehen, wie er Seminare durchführt, damit ich auch in meinem Blog darüber schreiben kann. Darüber hat er auch in seinem Buch geschrieben. Was war das bloß? Ich kann mich nicht erinnern, was es war. Aber er hat etwas gesagt, was mich jetzt weiterbringen könnte.

Ich legte diese Wahnsinns tolle Zigarre in den Ascher und machte mich auf die Suche nach den Mitschriften seines Seminare "First of All: Lead yourself". Und dann habe ich die Stelle in seinem Buch schon bald gefunden.

Da ist sie wieder: die Disziplin!
Disziplin ist so wichtig, dass ich sie an dieser Stelle als Verhaltensqualität bezeichnen möchte. Welche Qualität und welche Konsequenz haben meine Entscheidungen, etwas zu tun, und wie schwer bin ich davon abzuhalten?
Im Moment ist es 23.51 Uhr an einem Samstag, und was denken Sie, wie hoch meine Motivation gerade ist, hier an meinem Schreibtisch zu sitzen und diese Seiten zu schreiben?
Hoch! Denn ich weiß dass ich für außergewöhnliche Ergebnisse auch außergewöhnliche Disziplin an den Tag legen muss. Und deshalb ziehe ich konsequent meinen Plan durch, der mich dorthin führt, wo ich hin will.
Ich tue einfach das, was ich mir vorgenommen habe. So hat mein innerer Schweinehund keine Chance, mich aus der Bahn zu werfen.
Man muss seinen inneren Schweinehund überwinden. Schönwetter Manager, Schönwetter Erfolgreiche, Schönwetter WasWeißIch gibt es wie Sand am Meer. Beim ersten lauen Gegenwind fallen Sie aus der Bahn. Ich etwa auch? Ich kann es nicht glauben.

Im Gedanken bedanke ich mich bei Hr. Psaridis, dass er dieses Buch geschrieben und ich die Möglichkeit hatte, sein Seminar zu besuchen (Sie können das übrigens auch :-) ). Ich nahm meine wundervolle Montecristo A wieder auf, die mittlerweile ausgegangen war. Ich streifte die Asche vorsichtig ab und zündete die Zigarre wieder an. 

Ja, jeder hat irgendwann in seinem Leben Schwächephasen. Das ist nicht weiter tragisch wenn man sich seiner Disziplin und Beharrlichkeit, sein Ziel konsequent auch in problematischen Zeiten zu verfolgen, bewusst wird. Und einfach weitermacht. Sich überwindet. Vielleicht ein bisschen langsamer als üblich, aber doch einfach irgendwie weitermachen. Wenn man hingefallen ist, aufstehen, sich abschütteln und weitergehen. 

Harald Psaridis: Gewinnen und Verlieren liegt zwischen den Ohren! 
Da sind wir wieder bei der Wichtigkeit der Gedanken.

Und nocheinmal Harald Psaridis, aus seinem Buch "Die Leadermacher", Seite 81, weil er einfach ein Quell von Wissen und Erkenntnissen ist, dass er auf fantastisch einfache und nachvollziehbare Weise weiterzugeben im Stande ist:
Die wahren Sieger erkennt man selten dann, wenn alles gut läuft, sondern immer dann, wenn Probleme auftauchen und es gilt, große Steine aus dem Weg zu räumen.
Wussten Sie, dass das chinesische Zeiche für Krise auch gleichzeitig für das Wort "Chance" verwendet wird? Das zeigt ganz deutlich die andere kulturelle Einstellung und verdeutlicht, dass in jeder Krise auch neue Chancen stecken, die genutzt werden sollen und die häufig dazu führen, dass man aus einer schwierigen Zeit oft noch viel stärker als je zuvor herausgehen kann.
Ein starker Leader bleibt immer standhaft und lässt sich auch durch Druck nicht ins Wanken bringen. 
Behalten Sie also immer die Nerven, suchen Sie nach den Wurzeln des Problems und graben Sie so tief, bis Sie dieses lösen können anstatt nur an der Oberfläche zu kratzen, sodass zwar die Symptome kurzzeitig beseitigt sind, das Problem aber weiter besteht, um irgendwann wieder aufzubrechen.
Und irgendwie, ich kann es nicht sagen, plötzlich fällt mir die Geschichte von Reggie Miller ein: You will walk. You will run. You will play Basketball!

Ich hab die Krise zwar jetzt nicht überwunden. 
Aber ich lasse mich nicht, niemals, davon aufhalten!

Danke,
Post dedicated to Manfred Z., Patrick K., Harald Psaridis




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen