Mittwoch, 14. Dezember 2011

1 - wie alles begann

Die Finanz- und Wirtschaftskrise war schon in aller Munde. In der Realwirtschaft wurde es bereits sehr schwierig. Kreditklemme war das Unwort der Saison. Angst vor Arbeitslosigkeit machte sich breit. Kurzzeitmodelle wurden eingeführt. In den Medien war die Lage äusserst unübersichtlich. Untergangspropheten sahen ihre Stunde gekommen.

                     
An einem schönen Sommernachmittag August 2009 kam ein Freund zu Besuch. Wir plauderten über verschiedenste Themen und so auch über die Krise. Alles wurde krankgeredet. Auch er stimmte in diese Schwarzseherei mit ein. Es war nicht mehr zum aushalten. Irgendwann kam ich dann mit einer Binsenweisheit daher, die ich grade vorher in einem Buch zum Thema gelesen hatte: 
In Krisenzeiten kann man das meiste Geld verdienen. 
Wenn Blut auf der Strasse rinnt, ist es Zeit zu investieren. 
In Krisenzeiten werden die großen Vermögen gemacht.
Na, mehr habe ich nicht gebraucht. 
Mein Freund und seine Frau sind regelrecht über mich hergefallen. Genau darauf haben die beiden scheinbar schon länger gewartet. Dass sie mich endlich mal aufplatteln können. Ich selber bin Selbstständig und hatte nicht grade die übervollen Auftragsbücher, was die beiden auch wussten. Genauer gesagt, machte ich grade Kurzarbeit. Sehr kurze Kurzarbeit. Genaugenommen machte ich gar nichts. Ist eh Sommer und das Timing ist perfekt. Ein Wort gab das andere. Dazwischen gabs Bier. Die beiden brachten mich in der Diskussion echt in Bedrängnis, bis ich mir nicht mehr anders zu helfen wusste, als

Freunde, ich sag euch eines, und das aus eigener Erfahrung: "Alles, was ich mir in meinem Kopf vorstellen kann, kann ich auch erreichen". Wirtschaftskrise hin- oder her. Das ist mir völlig wurscht.

Mit dieser Behauptung
(die ich zu jener Zeit recht häufig absonderte) scheine ich meine Umwelt schon länger sehr zu nerven. Aus meinem Freund bricht es plötzlich förmlich heraus.

"OK, du Besserwisser!", sagte mein Freund. „Ich wette mit dir, dass du es nicht schaffst, innerhalb von 5 Jahren 1 Million Euro zu verdienen. Heutiger Kontostand ist 0. Gilt?“

10 Jahre, sagte ich, in der Hoffnung, jetzt doch noch ein bissl mehr Zeit für mich rauszuschinden.

7 Jahre, sagte mein Freund.

Abgemacht. Gilt! Bis zu meinem 57. Geburtag. April 2016.

Monatlich wird der aktuelle Kontostand gecheckt, bei einem Bier, sagte mein Freund. Ist okay, aber du zahlst. Weil, mein Kontostand ist jetzt null und ausserdem -- ich hab ja nichts zu verschenken (das kommt mir irgendwie bekannt vor, wer sagte das nochmal :-) )

Kommentare:

  1. Hallo derDennstedt,

    mit großer Aufmerksamkeit verfolge ich schon seit längerem Ihren Blog, Erstmal Glückwunsch von mir zu Ihrem Entschluss und gutes Gelingen.

    Ich bin selber 24 Jahre alt und stehe gerade auch vor der Entscheidung mich als Versicherungsfachmann beim 2. größten Versicherer Deutschlands selbständig zu machen. Glauben Sie rückblickend das, wenn Sie im selben Alter währen die Entscheidung zu einer Selbständigkeit wieder treffen würden?

    Mit freundlichen Grüßen

    Franz

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  2. Mit 24 war ich schwer krank. In dieser Zeit hätte ich mich nicht selbständig machen können. Diese Krankheit war aber der entscheidende Faktor, dass ich merkte, dass ich alles, was ich mir vornehme und wirklich will, schaffen kann. Bis heute ist das so geblieben. Was Misserfolge aber nicht verhindert! Diese werden dann nur anders bewertet.

    Ich würde mit 24 Jahren nichts machen, wo ich mich verschulden müsste. Ich würde an Ihrer Stelle ein Gespräch mit einem erfahrenen Unternehmer suchen und mit ihm über das Vorhaben sprechen. Der merkt und weiß genau, ob Sie vom Typus her untergehen werden oder eine sehr gute Chance auf Erfolg haben. Gut wäre es auch, wenn dieser Unternehmer, mit dem Sie sprechen, für Fragen während der ersten 1 - 2 Jahre zur Verfügung stehen würde.

    Prinzipiell hat das Alter nichts mit dem Erfolg der Selbständigkeit zu tun. Ich habe eher die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die 20 Jahre angestellt waren, viel mehr Schwierigkeiten hatten sich in einer "vollkommenen beruflichen Freiheit" zu orientieren als junge Leute, die unbeschwert und entspannt an die Sache herangegangen sind.

    Wenn Sie keine Investitionen für Ihre Selbständigkeit benötigen außer ihren Lebensstil, und sich 6 Monate ohne Einkommen leisten können, dann ab und Vollgas, wenn Sie wirklich davon überzeugt sind, es schaffen zu können.

    Gibts irgendwo ein Profil von Ihnen, wo ich was über Sie erfahre?

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  3. Vielen Dank erstmal für die Antwort, ja ich habe bei Facebook ein Profil jedoch können Sie daraus nicht viel entnehmen, ich halte nicht viel davon öffentlich alles preiszugeben. Gibt es eine Möglichkeit Ihnen hier eine private Nachricht zukommen zu lassen.

    Einen schönen Tag noch

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  4. Mir imponiert es sehr, daß sich Menschen gegen alle Widrigkeiten durchzusetzen verstehen. Dazu gehört eine Menge Selbstbewußtsein,Durchhaltevermögen und auch die Bereitschaft, eine längere Zeit eine Durdststrecke hinzunehmen. Meine Bewunderung haben Sie in jedem Fall. Ich befinde mich in einem Alter, wo die Frauen strümpfestrickend im Wohnzimmer es sich gemütlich machen.Ich gehöre nicht zu dieser Kategorie,obwohl ich sehr oft schon den Mut verloren habe und aufgeben wollte. Mein Naturell sagt aber etwas anderes "aufgeben ist leicht durchhalten ist mühsam, birgt aber die Hoffnung auf Erfolg". Sehen Sie das auch so?

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  5. Schönen guten Morgen, Fr. Kunstmann!

    Ja, das sehe ich auch so. Die Fähigkeiten, etwas außergewöhnliches erreichen zu können, hat jeder von uns in sich. Aber den Willen und die Beharrlichkeit, diese Fähigkeiten nach außen zu bringen, zu entwickeln und zum persönlichen Erfolg bis zum erfolgreichen Ende aufzubringen, die haben leider nur die Wenigsten. Das Durchhaltevermögen und den Glauben in sich selber es auch möglich machen zu können, dass sind meines Erachtens 2 sehr wesentliche Erfolgsfaktoren.

    Eine Anmerkung noch zu meiner Gedankenwelt:
    Eine "Hoffnung auf Erfolg" habe ich nie. Wenn ich etwas erreichen möchte, dann erreiche ich das auch. Das fühle und sehe ich mental schon vorher. Was nicht heißt, dass ich in der Realität auch wirklich alles bis zum Erfolg durchgehalten habe. Aber das Wort "Hoffnung" beinhaltet für mich ein "nicht vorbehaltloses daran glauben können".

    Ich hoffe, ich konnte ein kleines Bild meiner Welt zeichnen und wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Erreichung Ihrer Ziele.

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