Donnerstag, 8. März 2012

33 - Frühjahrsputz, die Erste.

Am Samstag habe ich wieder einmal einen Freund von mir besucht, der in den letzten 5 Jahren seine Frau aufopfernd bis zu ihrem Ableben gepflegt hat. Das Erste was mir aufgefallen ist: auf seinem Esstisch, den er schon seit Jahren zu seinem Schreibtisch umfunktioniert hat, liegt kaum Zeugs herum. Eines der wenigen Dinge die dort lagen, waren ein Buch. 



Na, bei Bücher muss ich immer reinschauen. Dieses Buch heißt "simplify your life" von Küstenmacher/Seiwert, und klarerweise hab ich gleich mal ein bisschen geblättert. Das Universum liebt mich und hat mir gezeigt, was als Nächstes zu tun ist. Also, ich habe das Buch dann gleich mal bei Amazon bestellt. 

Nach kurzem Durchschmökern habe ich mich entschlossen, nach 1997/Scheidung von meiner ersten Frau, 2002/ausscheiden aus dem Konzern und gleichzeitige Übersiedlung in die jetzige Wohnung und 2006/Abschluss des Masterstudium wieder eine Entrümpelung meines Lebens, quasi einen Frühjahrsputz, durchzuführen.

Als Erstes habe ich gleich mal begonnen, meinen Schreibtisch aufzuräumen. Gleich einem Ildefonso stapelten sich Merkzettel, Ideen für den Blog, ToDo´s für den Verkauf von Navision, Bücher und Zeitschriften für einen Post, Belege für meine Buchhaltung. Alles kreuz und quer und übereinander. 

Nachdem ich alles, was ich nicht mehr benötigte, weggeworfen oder aufgeräumt habe, steht außer meinem Laptop, ein kleiner ewiger Kalender mit netten Sprüchen (aja, der steht auf 16. Februar, gleich weiterdrehen...und siehe da, der Spruch des Tages: Gönne dir einen Augenblick der Ruhe und du begreifst, wie närrisch du herumgehastet bist. Laotse), ein externes Laufwerk zur Sicherung und ein paar Kugelschreiber sowie ein Postit - Block. That´s it.

Ich geh zur Tür und schau auf meinem aufgeräumten und leeren Schreibtisch und siehe da, es überkommt mich ein Gefühl eines Neubeginns. Keine Ahnung wieso, aber es ist lässig. 

Das Buch ist in sieben Ebenen der Entrümpelung gegliedert:
  1. Vereinfachen Sie Ihre Sachen
  2. Vereinfachen Sie Ihre Finanzen
  3. Vereinfachen Sie Ihre Zeit
  4. Vereinfachen Sie Ihre Gesundheit
  5. Vereinfachen Sie Ihre Beziehungen
  6. Vereinfachen Sie Ihre Partnerschaft
  7. Vereinfachen Sie sich selbst
So! Das nehme ich mir jetzt vor bis Ende Juni zu erledigen. Das sind knapp vier Monate, dass müsste sich ausgehen, ohne dass ich dabei in Stress komme.

Als erstes muss ich mir eine Liste machen, was ich zu entrümpeln hätte auf der Ebene 1: Vereinfachen Sie Ihre Sachen.

Ich beginne in meinem Büro. Den Schreibtisch habe ich schon aufgeräumt. Die Zeitschriften liegen auf einem kleinen Beistelltisch. Jeden Tag schaue ich drauf und denke mir, die muss ich auch noch durchschauen. Und nie mach ich es. Zusammengerafft ergeben die Magazine einen ca. 40 Zentimeter hohen Stoß. Mein Neffe mag sich die Hefte durchschauen. Was er nicht braucht, soll er entsorgen im Altpapier. 

Mein Blick streift umher. Ah, eine alte Kaffeemaschine. Die habe ich von meiner Mutter geschenkt bekommen und einmal verwendet. Der Kaffee der da raus gekommen ist, war einfach nur grauslich. Aber die Kaffeemaschine steht immer noch da. Wegschmeißen.

Schwieriger wird es mit meinem Home Office. Bis vor einigen Monaten habe ich von zu Hause aus gearbeitet, bis ich mir dann den Luxus des jetzigen Büro´s geleistet habe. Dort steht in einem Kasterl noch längst nicht mehr verwendete Bedienungsanleitungen von alten Druckern, Installationsdisketten (!) (ich glaub, ich habe schon 15 Jahre lang kein Diskettenlaufwerk mehr gesehen), Zugangsdaten zu meinem Internetprovider (ah, da war das, hab ich eh schon gesucht), Handyvertrag uralt, dazu das uralte Handy, und so weiter und so weiter. 

Oben auf dem Kasten liegen Zeitschriften ohne Ende, Jahresabschlüsse von Firmen deren Aktien ich mir nie gekauft habe, Seminarunterlagen aus dem MBA (den besuchte ich zuletzt 2006), Bücher die mir bisher nicht abgegangen sind, dazwischen mehrere leere Zigarrenschachteln (aus Holz, sind sehr schön, wollte ich nie wegschmeißen), der Humidor mit meinen Zigarren, CD´s die ich vor, naja, so 4 - 5 Jahren mal auf einen MP3 - Player für´s joggen überspielen wollte; dabei jogge ich gar nicht mehr. Jetzt kauf ich mir bei iTunes die Alben nach, wenn ich mir was anhören möchte. Kostet auf jeden Fall weniger als die Zeit, die ich mit überspielen verplempern würde,

Im Kleiderkasten hab ich keine alten Sachen. Ich habe nur einen Kasten für mich, wo meine Kleidung aufbewahrt wird. Da ist alles, was ich brauche, drin. Wenn ich mir was Neues kaufe und ich es dort nicht unterbringe, muss etwas Altes weg. Dort funktioniert das System jetzt schon bestens. 

Weiter geht es in den Keller. Da liegen mindestens 30 A4 - Ordner mit aufbewahrten Artikeln aus Zeitungen und Zeitschriften. Vielleicht brauch ich es ja nochmal :-) und sämtliche Seminarunterlagen vom Business Manager und dem MBA. 

Im Schuppen bei meiner Mutter habe ich noch Autoteile liegen. Ich hatte 1990/1991 einen Datsun 280ZX restauriert. Das Auto hab ich vor Jahren verkauft, die restlichen Teile lagern immer noch dort (wenn jemand was braucht, bis Ende nächste Woche habe ich die Trümmer noch). Auch einige Teile eines wirklich tollen BMW 1802 Touring habe ich noch. Der war seiner Zeit weit voraus. Das war vielleicht eine geile Kiste, bis zum Getriebeschaden... An den Fiat 124 Spider (aber ohne den hässlichen Überrollbügel, so was hatte meiner nicht) denke ich heute noch gerne zurück, aber die Entrümpelung hat in diesem Fall gleich und ohne lange zu verhandeln meine ex-Frau zu sich selber besorgt...

So, das war es jetzt, glaub ich, mit meiner Bestandsaufnahme. Das kommt jetzt binnen einer Woche alles weg. Also gut, heute ist Mittwoch, sagen wir bis Sonntag nächster Woche, dass ist der 18. März, ist alles entsorgt oder bewusst aufgehoben. Auf jeden Fall entrümpelt.

Story will be continue.....    

1 Kommentar:

  1. Ich finden diese Entrümpelungs-Strategie wunderbar. Bei mir entsteht dieses Bedürfniss regelmäßig. Zum einen im Frühjahr (da scheint es archetypisch zu sein) und ganz besonders dann wenn es in meinem Leben turbulent zu geht, in meinem Inneren tendenziell Chaos herrsch - dann beginne ich in meinem Lebens- und Arbeitsumfeld zu ordnen, zu schlichten und zu entsorgen. Dann wird es in meinem Inneren ruhiger und weiß was es als nächstes zu tun gilt.

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