Freitag, 16. Dezember 2011

7 - Es braucht eine Verpflichtung

Jeder der mich kennt oder meine Postings bis hierher verfolgt hat, weiss, dass ich bequem bin. Ich liege lieber auf der Couch und überlege mir Geschäftsmodelle, und wer die für mich erledigen könnte. Wenn ich mich bewege, dann meistens nur, weil es mich etwas brennend interessiert, weil ich es die Aufgabe als Herausfoderung sehe, weil ich wissen will, wie es funktioniert oder weil ich was lernen kann. Aber sieben Jahre am Stück Vollgas geben? Das für sich ist schon eine Challenge. 



Ich stehe auf, gehe zum Humidor und lasse wieder meine Hand kreisen. Na? Nicht mal zum Zigarre auswählen reicht heute meine Energie? Ich schmeiss mich wieder auf die Couch und schaue auf den strahlend blauen Himmel. Ich visualisiere brav täglich mein Bild vom Erfolg, aber ich komme nicht richtig in die Gänge. Das Leben ist so herrlich, brauche ich diese Herausforderung wirklich? Was will ich mir eigentlich beweisen? 

Ahja, jetzt fällt mir das WARUM wieder ein. Jetzt weiss ich wieder, WARUM ich diese Herausforderung annehmen wollte. Ich schau wieder raus. Noch immer strahlendblauer Himmel. Ich glaube, für morgen wurde das Wetter ziemlich schlecht angesagt. Ich fang morgen an, und geniesse das Wetter heute noch. Sind eh noch mehr als 4,5 Jahre. Zeit genug also.

Ich ertappe mich dabei, dass ich absolut keinen Plan habe, wie ich jemals eine Million Euro in sieben Jahren zusammenbekommen sollte. Nettovermögen, wohlgemerkt. Und beginnend bei Kontostand 0. Ich kann mir nicht mal irgendwas, sagen wir ein Kunstwerk von Schiele, einen Unternehmensanteil oder einfach nur Gold und hoffen, dass das so steigt, dass ich damit die Wette gewinnen kann. Das funktioniert nie.

Irgendwie kann ich mich dem Krisengeschreibe auch nicht ganz nicht entziehen. Wenn es vielleicht eh eine Hyperinflation gibt, hab ich die Million an einem Nachmittag herinnen. Ob das auch gilt? Ich lache glucksend. 

Vielleicht ist eine Spekulation auf Gold doch der Weisheit letzter Schluss. Ich raffe mich auf und mache mich auf den Weg zu meiner Mutter. Die freut sich immer, wenn sie mich sieht und so nutze ich das schöne Wetter und gehe zu Fuss in die Siedlung, in der sie wohnt. 

Wir plaudern ein bissl. Jetzt bekomme ich das Update über alle Krankheiten der Nachbarn auf der Siedlung, wer gestorben ist, wer sich scheiden hat lassen, welche Häuser grade verkauft wurden, und ICH KANN ES KAUM GLAUBEN!!!!!, meine Mutter gibt mir ganz beiläufig den Tipp, Gold zu kaufen. Sicher ist sicher. 

Ich sacke innerlich zusammen. Sogar meine über 80-jährige Mutter denkt über Gold nach. Ja, bin ich denn mit meinen Möglichkeiten wirklich dort, wo meine Mutter ist?

Und wieder meint es das Universum einfach gut mit mir. Ganz klar erkenne ich plötzlich, was mein Fehler war. Ich brauche Druck von außen. Ich brauche eine verbindliche Verpflichtung, bei der ich, falls ich diese nicht einhalten würde, mein Gesicht gründlich verlieren würde.  Ich würde mich lächerlich machen, würde ich mein Versprechen nicht einhalten.

Lächerlich machen? Wenn ich mich hinstellen und und meiner Mutter sagen würde, dass ich in sieben Jahren eine Million erschaffen will, sagt sie höchstens, ich soll nicht so deppart sein und arbeiten gehen. "Dann kommst wenigstens nicht auf so blöde Ideen". Naja, ich glaube, ich erwähnte schon mal, das ich nicht aus einer Unternehmerfamilie stamme. Sonst hätte mich meine Mutter gefragt, mit welchem Geschäftsmodell ich gedenke, dieses Ziel zu erreichen.

Ich muss lachen. Ich liebe meine Mutter. Und sie hat dazu beigetragen zu erkennen, was zu tun ist. Beim nach Hause gehen überlegte ich mir, was wohl Harv Eker zu diesem Thema gesagt hat. Ich glaube, der hat was darüber geschrieben.
T. Harv Eker: So denken Millionäre, Seite 102: Ich sage es nicht gern, doch Reichtum schaffen - das reich werden an sich - ist kein Spaziergang im Park und jeder der Ihnen sagt, dass es ein Spaziergang ist, weiß entweder mehr als ich oder er ist nicht gerade seriös und integer. Meiner Erfahrung nach braucht man Mut, Fachwissen und Sachkenntnis, hundertprozentiges Engagement, die Einstellung, niemals aufzugeben, und natürlich eine auf Reichtum ausgerichtete Denkstruktur, um reich zu werden. Sie müssen ausserdem im innersten Herzen fest daran glauben, dass Sie Reichtum schaffen können und dass Sie diesen Reichtum sehr wohl auch verdienen. Dies wiederum bedeutet, dass Sie höchstwahrscheinlich niemals zu Wohlstand gelangen werden, wenn Sie kein bedingungsloses Engagement entwickeln.   ........   Reiche Menschen entwickeln mehr als ausreichend Engagement, um alles zu tun, was nötig ist. Punkt.
Also gut. Familienrat einberufen. Meine Frau und meine Tochter sitzen am Sofa und schauen mich erwartungsvoll an. Also, stammelte ich herum, die Sache ist die, .... (mein Selbstbewusstsein ist heute nicht in Bestform) ....

Gehts schon wieder um deine Wette, schiesst es aus meiner Tochter hervor. Ja, sage ich, ihr müsst mir helfen. Ich muss mich verpflichten, dass ich bis zu meinem 57. Geburtstag ... VERGISS ES ... meine 14-jährige Tochter springt auf .... ICH WILL ES NICHT HÖREN. Es gehört dazu, ich muss mich verpfl..... ERZÄHLS DEM INTERNET ... und weg war sie.

Meine Frau lacht nur, steht auf und küsst mich. Du machst das schon. Sie ist halt doch die Beste.

Ich gehe auf die Terrasse. Ich habe mir die kleinste Zigarre mitgenommen, die ich habe. Eine Montecristo 5. So klein wie die Zigarre, so klein fühle ich mich auch grade. Gedankenverloren zünde ich die Zigarre an. MANN!!!! Ich habe vergessen, die Zigarre anzuschneiden, ich habe keinen Zug. 

Puuhh, wenn ich das im Internet poste, habe ich die Lacher auf meiner Seite. 
Im Internet posten? 
Erzähls dem Internet? 

Mit Hilfe eines Freundes habe ich einen Block, äähh Blog eingerichtet. In diesem Blog erzähle ich die Geschichte meines Weges zur ersten Million in sieben Jahren. Mehr Verpflichtung geht wirklich nicht. Wenn es die ganze Welt weiss, muss ich es jetzt auch tun. Die ganze Welt? Naja, ein paar werden doch die Seiten anklicken. Oder?

 

 

1 Kommentar:

  1. Jawohl, der Lacher ist auf ihrer Seite - einfach köstlich :-)
    Es lebe die Kreativität!!!

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