Dienstag, 27. Dezember 2011

14 - Frei oder Unfrei

Ich sitze am Balkon, geniesse den warmen Abend. Meine Gedanken gleiten dahin und vefangen sich bei einer ganz bestimmten Frage: Wenn ich in sieben Jahren eine Million Euro erschaffen möchte, machte mich dieser Gedanke, dieses Vorhaben freier oder unfreier? Bin ich so besessen von dieser Wette dass ich links und rechts um mich herum nichts mehr anderes wahrnehme?



Der Grund, über diese Frage nachzudenken, liegt auch darin begründet, weil es nicht nur Zuspruch zu dieser Wette gibt, sondern auch Kritik. Ob ich den mit meinem Leben nichts besseres anzufangen hätte als mich dieser sinnlosen Wette zu widmen. Aber wieso ist diese Wette sinnlos? 

Wieso soll es sinnlos sein, seine eigenen Talente, Stärken und Fähigkeiten weiter zu entwickeln? Wieso soll es am Sinn des Lebens vorbeigehen, wenn ich mir ein bestimmtes Ziel setze, an dem und mit dem ich wachsen will. Nur weil es sich um Geld handelt? Um jenes Mysterium, um das sich die ganze Welt dreht. 

Geld ist in der Welt, in der ich lebe, Freiheit. 90% aller Probleme lassen sich mit Geld lösen. Einer aktuellen Studie zufolge sind Menschen, die wohlhabend sind gesünder und entspannter. Nicht das Geld an sich ist schlecht, sondern das, was gewissenlose Menschen damit machen oder tun, um es zu bekommen. 

Wenn blindes, gieriges Raffen nach Geld in den Vordergrund rücken würde, zum meinem einzigen Lebensziel würde, dann wäre ich tatsächlich unfrei. Geldgier entspringt wahrlich einem kleinlichen Geist. Damit will ich nichts zu tun haben.

Ich stehe für Selbständigkeit, für unternehmerisches Denken, Entscheiden und Handeln, für Unternehmertum als Lebensprinzip, um Werte zu schaffen. Und auch Arbeitsplätze.

Bin ich unfrei? 
Ich schliesse die Augen und höre in mich hinein. Ich spüre eine große innere Ruhe, eine Gelassenheit. Ich weiss nicht, ob alles, was ich in meinem Leben mache, richtig ist. Nein, ich bin sogar sicher, dass nicht alles richtig ist. Aber ist es nicht so, dass man nur aus seinen Fehlern lernt? 

Eines steht fest: ich WILL dieses Ziel ganz eindeutig FÜR MICH erreichen. Vollkommen wurscht was Andere über mich denken. Ich schade niemanden dabei. Ich zwinge niemanden, es mir nachzumachen. Jeder ist frei, sein eigenes Leben auf seine eigene, bestimmte Art zu einem Abenteuer zu machen.

Ich denke an einen ehemaligen Lehrer von mir. Aus einer längst vergangenen Zeit. Der hatte immer behauptet, und ich denke er hatte absolut recht und das gilt auch heute noch: 
Nur die Schwachen haben auf alles eine Antwort. 
Sie stellen sich nicht selten auf die Bühne der Öffentlichkeit, schauen auf dich mit erhobenem Zeigefinger herab und trompeten mit stolzgeschwellter Brust und voller Überzeugung leere Worthülsen und wage Andeutungen in die Welt. So glauben diese selbsternannten Experten alles zu wissen und sagen dir auch, bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit, was Richtig und was Falsch ist. Und das nicht selten auch noch anonym...




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